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Gas und Gaspreise
In den vergangenen fünf Jahren sind die Gaspreise bundesweit
um gut 34 Prozent gestiegen. Dabei ist kaum nachvollziehbar, ob die
Gasanbieter wirklich gestiegene Kosten an die Kunden weitergegeben
oder lediglich die Preisschraube zu eigenen Gunsten nach oben drehen.
Seit dem Jahr 2007 kann - wie beim Strom - jetzt jeder Privathaushalt
selbst bestimmen, von wem er sein Gas beziehen möchten. Zumindest
in der Theorie.
Die
Bundesnetzagentur und die Gaswirtschaft haben sich auf ein Netzzugangsmodell
geeinigt, das den Zugang zum Gasnetz neu regelt und den Markt für
Anbieter öffnet. Nach diesem Modell erhalten Gasanbieter aus
ganz Europa durch einfache Verträge Zugang zum deutschen Gasnetz.
So könnten sich die Gaspreise um fünf bis zehn Prozent nach
unten bewegen.
Doch dies ist alles lediglich graue Theorie fern jeder Praxis, denn
was fehlt, ist ein wirklicher Markt mit Wettbewerb. Durch Verträge
zwischen Lieferstaaten, Großabnehmern und Stadtwerken mit Laufzeiten
von mehreren Jahren werden nach wie vor niedrigere Gaspreise verhindert.
Und genau diese bestehenden Verträge werden durch neue Regelungen
nicht angetastet. Als Folge dessen meldeten sich im Gegensatz zum
Strommarkt für den Gasmarkt mit Beginn der Liberalisierung keine
neuen Wettbewerber. Nach einigen Umstrukturierungen gibt es heute
zwar mehrere Anbieter in der Region, doch ein wirklicher Markt ist
immer noch nicht enstanden.
Ein Blick in die Gaspreis-Rechner zeigt, dass die Angebote aller Gaslieferanten
so ziemlich auf einem Preisniveau liegen. So sind trotz der Öffnung
des Marktes derzeit keine günstigeren Preise zu erwarten. Im
Gegenteil, die nächste Preisrunde wird nicht lange auf sich warten
lassen und wirkliche Alternativen gibt es keine.
Die
Preisbindung von Gas und Öl
Bei jeder neuen Preisrunde gerät die sogenannte Ölpreisbindung
in den Fokus der Diskussionen. Was die wenigsten Endverbraucher wissen
ist, dass es sich dabei weder um ein Gesetz, noch um ein irgendein
internationales Abkommen handelt. Bei der Ölpreisbindung handelt
es sich um eine Vereinbarung zwischen Gasproduzenten, Importeuren
und Gasversorgungsunternehmen. Als 1960 die OPEC gegründet wurde,
wollten sich die Gasproduzenten, die zum größten Teil auch
Ölförderer sind, keine eigene Konkurrenz schaffen und führten
eine Anlehnung der Preisentwicklung des Erdgases an die des Erdöls
ein. Heute folgt die Anpassung der Gaspreise in etwa ein viertel oder
halbes Jahr nach den Ölpreisen. |
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