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  Die acht Landkreise in der Kölner Bucht

Zur Region der Kölner Bucht gehören unter anderem die Landkreise Rhein-Erft und Düren sowie Teilbereiche der Landkreise Euskirchen, Mettmann, Rhein-Berg, Rhein-Neuss und Rhein-Sieg mit insgesamt 38 Kreisstädten sowie gut 100 kreisangehörigen Kommunen.


Kreis Düren

Einwohner: 272.500 · Fläche: 940,57 km² · Kreisgrenze: 236 km
Kreisverwaltung: Bismarckstraße 16 · 52351 Düren · Telefon: 02421 220
kreis-dueren.de

Der Kreis Düren liegt an der Nahtstelle von zwei Landschaften mit grundverschiedenen Charakteren: Auf seinem Gebiet vollzieht sich der Übergang von den Ebenen der Kölner Bucht zum Mittelgebirge der Eifel. Im Norden, auf den weiten Bördezonen, dominiert die Landwirtschaft, der Südteil des Kreises gehört zum Naturpark Nordeifel, wo große Waldgebiete mit ausgedehnten Wasserflächen das Landschaftsbild prägen. Die Rur zieht sich als Leitachse der Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung von Süd nach Nord durch den Kreis Düren.

Durch sie wurde die Region zu einem der frühindustrialisierten Räume Deutschlands. Die Papiererzeugung ist nachweislich seit 1576 hier ansässig und bildete die Ausgangsbasis für die Ansiedlung weiterer Wirtschaftszweige: Filztuchherstellung, Maschinenbau und Chemie. Die gewerbliche Wirtschaft hat hier eine jahrhundertealte Tradition. Die Erzvorkommen und Holzkohlevorräte der Eifel zum Greifen nahe, entstanden vor allem entlang von Rur und Inde mit ihren Nebenflüssen seit dem Mittelalter Hütten- und Hammerwerke. Namen wie Hoesch, Schoeller, Mannesmann und Henkel haben ihren Ursprung im Raum Düren.

Ein weiterer Wirtschaftszweig ist die Braunkohlengewinnung. Die ehemalige Rheinbraun, heute eine RWE-Tochter, betreibt die Tagebaue Hambach und Inden, die fast 50 Millionen Tonnen Braunkohle pro Jahr fördern. Die ausgekohlten Tagebaubereiche werden auch aus ökologischer Sicht hochwertig rekultiviert. Der Bergbau hinterlässt ertragreiche Äcker und attraktive Erholungsgebiete für Mensch und Natur, wie zum Beispiel die Sophienhöhe bei Jülich. Ganz in der Nähe liegt das Forschungszentrum Jülich, die größte Forschungseinrichtung in der Bundesrepublik. Mit dem Forschungszentrum, der Abteilung Jülich der Fachhochschule Aachen und dem Technologie-Zentrum Jülich verfügt der Kreis Düren über ein großes Forschungs- und Technologiepotential, das weltweit in dieser Dichte kaum anzutreffen ist.

Kreis Euskirchen

Einwohner: 192.000 · Fläche: 1.249,09 km²
Kreisverwaltung: Jülicher Ring 32 · 53879 Euskirchen · Telefon: 02251 150
kreis-euskirchen.de

Im Gebiet des Kreises Euskirchen verläuft die südwestliche Grenze der Kölner Bucht. Während das nordöstliche Gebiet des Kreises geographisch und topographisch noch zur Kölner Bucht gehört, dehnt sich der südwestliche Teil bereits auf die Mittelgebirgslandschaft der Eifel aus.

Die ältesten Spuren menschlicher Aufenthalte im Rheinland wurden im heutigen Kreisgebiet entdeckt: Auf dem Plateau der Kartsteinhöhle bei Eiserfey wurden Werkzeuge des Homo erectus gefunden, die in die Zeit von vor etwa 300.000 Jahren zurückdatiert werden konnten. Aber erst vor etwa 6.500 Jahren begannen die Menschen seßhaft zu werden, Ackerbau zu treiben, Vieh zu halten und feste Häuser zu bauen.

Mit dem Einfall der Römer begann die radikale Veränderung der Landschaft. Große Waldflächen wurden gerodet und in Ackerland verwandelt, Mechernich zum Zentrum des römischen Bleiabbaues. Ein Straßen- und Wegenetz wurde angelegt, das die militärischen Stützpunkte, Wirtschafts- und Siedlungszentren untereinander verband. Die bedeutendste technische Leistung der Römer im Rheinland aber ist die Wasserleitung aus der Eifel, die über 200 Jahre lang mit natürlichem Gefälle frisches Quellwasser nach Köln beförderte.

Heute leben in dieser Region die wenigsten Menschen, viele Orte und Städte sind noch weitgehend ländlich geprägt. Die vielen Ausflugsziele ziehen täglich Ausflügler aus den Goßstädten der Umgebung und Urlauber von weit her an, insbesondere die weitläufig ausgedehnten Gebiete um Steinbach- und Madbachtalsperre.

Kreis Mettmann

Einwohner: 509.000 · Fläche: 407,09 km² · Kreisgrenze: 167 km
Kreisverwaltung: Düsseldorfer Str. 47 · 40822 Mettmann · Telefon: 02104 991616
kreis-mettmann.de

Der im Rahmen der Kommunalen Neugliederung entstandene neue Kreis Mettmann besteht insgesamt aus 10 Städten und liegt im Norden der Kölner Bucht. Allerdings gehört nur südliche am Rhein gelegene Teil des Kreises mit den Städten Langenfeld und Monheim topographisch zur Region der Kölner Bucht, der größere Teile umfasst das Bergische Land. Mit der Eingliederung der Stadt Monheim am Rhein ist die kommunale Neugliederung für den Kreis (vorerst) abgeschlossen.

Im Rahmen der Kommunalen Neugliederung zerschlug der NRW-Landtag im Jahr 1974 die Stadt und veranlasste die Eingemeindung nach Düsseldorf und Leverkusen. Erst die Klage beim Landesverfassungsgerichtshof Münster brachte zum 1. Juli 1976 wieder die Selbständigkeit. In dem 407 qkm großen Landkreis leben und rund 504.000 Menschen, damit gilt der Kreis Mettmann von seiner Bevölkerungs- dichte her als einer der größten Kreise deutschlandweit. „Zentrum inmitten der Zentren” - so bezeichnet sich der Kreis Mettmann wegen seiner hervorragende Lage inmitten der acht Großstädte Düsseldorf, Duisburg, Mülheim, Essen, Wuppertal, Solingen, Leverkusen und Köln.

Rhein-Erft-Kreis

Einwohner: 449.646 · Fläche: 704,55 km²
Kreisverwaltung: Willy-Brandt-Platz 1 · 50126 Bergheim · Telefon: 02271 830
rhein-erft-kreis.de

Der Rhein-Erft-Kreis liegt im Zentrum der Kölner Bucht und ist einer der am dichtesten besiedelten Kreise. Es ist eine Region der Gegensätze, die aber den besonderen Reiz ausmachen: Auf der einen Seite der Braunkohletagebau mit seinen gigantischen Schaufelradbaggern und weit sichtbaren Kraftwerken, auf der anderen Seite das Erfttal mit seiner Bördelandschaft und den Auenwäldern, Flussabschnitten sowie denkmalgeschützten Alleen und Parkanlagen. Hier die Anlagen des Chemiegürtels sowie die Raffinierien der Energieversorgung in Dormagen, Hürth oder Wesseling, da die Mühlen und unzähligen Burgen und Schlösser im gesamten Kreisgebiet.

Der Erftkreis galt einst wegen des im rheinischen Revier lagernden größten zusammenhängenden Vorkommens von Braunkohle in Europa als „das Energiezentrum”. Allerdings sind die Vorkommen inzwischen so gut wie ausgeschöpft, so dass die Bagger nach dem derzeit letzten Tagebau Hambach demnächst das Kreisgebiet für immer verlassen werden. Damit verlässt dann auch der größte Arbeitgeber die Region, mit dem Bergbau sind etwa 10.000 direkte und 30.000 indirekte Arbeitsplätze verbunden.

© Presseamt ErftkreisUm für diese Veränderungen gewappnet zu sein, wurde der Strukturwandel in der Region frühzeitig in Angriff genommen. Heute ist der Rhein-Erft-Kreis Standort für Chemie- und Biotechnologie, Entsorgungstechnik und Umweltlogistik sowie für die Medienbranche. Begünstigt durch den Platzmangel an anderen Orten haben viele Produktionsfirmen ihren Sitz und ihre Studios vor die Tore des Medienstandort Kölns nach Hürth verlegt.

Im direkten Gegensatz zu den Industriebauten steht die landschaftliche Idylle des Kreises sowie das Angebot für Kultur und Freizeit. Denn wo der Tagebau abzieht, werden die Gebiete rekultiviert, wie zum Beispiel im Naturpark Kottenforst Ville. Hinzu kommen mehr als 60 Burgen, Schlösser und Herrensitze in der Region. Die bekanntesten sind sicher die Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl, beide gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO. Der Rhein-Erft-Kreis wurde als erster Kreis in NRW mit dem Titel „Fahrradfreundlicher Kreis in NRW” ausgezeichnet.

Rheinisch-Bergischer Kreis

Einwohner: 278.500 · Fläche: 43.759 ha
Kreisverwaltung: Am Rübezahlwald 7 · 51469 Bergisch Gladbach · Telefon: 02202 130
rbk-online.de

Im Rheinisch-Bergischen Kreis stellt das ansteigende Bergische Land die natürliche östliche Grenze der Kölner Bucht dar. Das Leben im Rheinisch-Bergischen Kreis ist attraktiv durch die wunderschöne Landschaft und die zugleich zentrale Lage vor den Toren der Rhein-Metropolen. Im Westen liegt Köln, im Nordwesten Leverkusen und im Norden der gesamte Rhein/Ruhr-Ballungsraum zum Greifen nah. Die abwechslungsreiche Natur ist auch Anziehungspunkt für zahlreiche Wochenend-Ausflügler und Touristen.

Der Blick vom Schloss in Bergisch Gladbach in die Kölner Bucht.

Das Bergische Land wie auch der Rheinisch-Bergische Kreis verdanken ihre Namen den Grafen von Berg. Dieses einflussreiche Geschlecht residierte bis 1133 in der alten Burg Berge über der Dhünn und später in der größeren Burg an der Wupper. Mit dem gewaltsamen Tod Engelberts II., der gleichzeitig Erzbischof von Köln war, erlosch das altgräfliche Haus Berg. Durch den Wiener Kongress wurde das Bergische Land am 31. Mai 1815 Preußen zugesprochen, bereits ein Jahr später war die Verwaltungseinteilung in Provinzen, Regierungsbezirke, Landkreise und kreisfreie Städte eingeführt. Die Kreisstadt Mülheim wurde 1901 kreisfrei und 1914 nach Köln eingemeindet, trotzdem bestanden die Kreise Mülheim und Wipperfürth bis 1932. Erst durch Verordnung der preußischen Regierung entstand 1932 der alte Rheinisch-Bergische Kreis aus dem Restkreis Mülheims und dem Kreis Wipperfürth.

Rhein-Kreis Neuss

Einwohner: 446.000 · Fläche: 576,42 km² · Kreisgrenze: 172 km
Kreisverwaltung: Oberstraße 91 · 41460 Neuss · Telefon: 02131 9280
kreis-neuss.de

Im südlichen Kreisgebiet geht das Niederrheinische Tiefland über in die Ebenen der Kölner Bucht bis hin zum Rheinischen Schiefergebirge mit Eifel und Siebengebirge. Dabei genießt der Kreis als Nachbar der Landeshauptstadt NRWs Düsseldorf und zwischen Ruhrgebiet, Köln, Aachen und den Niederlanden gelegen förmlich Standortvorteile, die ihn zu einem der einwohner- und wirtschaftlich stärksten Kreise Deutschlands machen.

Die Europa- und Deutschland-Zentralen zahlreicher Unternehmen von Weltruf haben im Rhein-Kreis Neuss ihren idealen Standort gefunden. Hochqualifizierte Arbeitskräfte, ein gesunder Branchenmix mit zahlreichen mittelständischen Unternehmen, die verkehrsgünstige Lage und ein riesiger Absatzmarkt - im Umkreis von 50 Kilometern leben mehr als acht Millionen Menschen - sind die besten Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg.

Gute Standortbedingungen für die Wirtschaft und hohe Lebensqualität findet man selten am gleichen Ort, hier vereinigt sich beides. Das wussten auch schon die Römer, als sie sich vor über 2.000 Jahren in der Region niederließen und die Grundsteine für eine reiche kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung legten. Die guten Arbeitsmöglich- keiten, die vom Rhein geprägte Landschaft und ein reichhaltiges Kultur-, Sport- und Freizeitangebot im Landkreis bieten den Menschen in der Region ein hohes Maß an Lebensqualität.

Im Jahr 1816 entstanden in der preußischen Provinz Jülich-Kleve- Berg die beiden Landkreise Neuss und Grevenbroich. Knapp 100 Jahre später wurde 1913 die Stadt Neuss als kreisfreie Stadt ausgegliedert. Bei der Gebietsreform 1929 erhielt der Kreis Grevenbroich den Namen Grevenbroich-Neuss, was 1946 rückgängig gemacht wurde. Mit der kommunalen Neugliederung in NRW am 1. Januar 1975 wurden der Kreis Grevenbroich und die kreisfreie Stadt Neuss zum neuen Kreis Neuss zusammengelegt. Im Jahr 2003 beschloss der Kreistag die Umbenennung in den neuen Namen „Rhein-Kreis Neuss”.

Rhein-Sieg-Kreis

Einwohner: 591.500 · Fläche: 1.153,71 km² · Kreisgrenze: 328,1 km
Kreisverwaltung: Kaiser-Wilhelm-Platz 1 · 53721 Siegburg · Telefon: 02241 133127
rhein-sieg-kreis.de

Der Rhein-Sieg-Kreis gehört mit fast 600.000 Einwohnern und seiner Fläche von über 1.150 km² zu den größten Kreisen Deutschland und besteht insgesamt aus 19 links und rechts des Rheins gelegenen Städten und Gemeinden. Er umschließt die Stadt Bonn, die 1887 aus dem Kreisgebiet ausgeschieden ist. Das Kreisgebiet erstreckt sich rechtsrheinisch über weite Teile des Bergischen Landes siegaufwärts bis zur Burg Windeck und südlich hin zum Westerwald.

Linksrheinisch präsentiert sich das Kreisgebiet bis hin zur Voreifel ländlich geprägt. Hier liegen das Naturschutzgebiet Kottenforst-Ville sowie die Obst- und Gemüseplantagen und Baumschulen bei Meckenheim, Bornheim und Rheinbach. Naturräumlich bietet der Rhein-Sieg-Kreis einerseits viele Wiesen, Mischwäldern sowie Agrar- und Weideflächen. Andererseits hat die Nähe zu den Großstädten Köln und Bonn zu einer verstärkten Urbanisierung geführt, was zum Beispiel in Troisdorf oder Sankt Augustin beobachtet werden kann.

Die Region hat sich zum Wissenschaftsstandort mit mehreren Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen entwickelt. Die verkehrstechnischen und wirtschaftlichen Standortvorteile durch ICE- Anschluss und Flughafen Köln-Bonn im Einzugsgebiet von mehreren Millionen Menschen erweisen sich immer mehr als wachstumsfördernd, so zogen zum Beispiel in den letzten zehn Jahren über 100.000 Menschen in den Rhein-Sieg-Kreis. Verstärkt wird im Kreis auch auf den Tourismus gesetzt.

Als Tor zum romantischen Rhein mit seinen Burgen und Schlössern und dem Mittelrheintal hat der Rhein-Sieg-Kreis eine Menge zu bieten. Das Siebengebirge mit dem Naturpark Siebengebirge als dem ältesten Naturschutzgebiet Deutschlands bietet ebenso zahlreiche Wandermöglichkeiten wie das angrenzende Siegtal. Und schließlich zählt das Ahrtal zu den ältesten Weinanbaugebieten in Deutschland. Die Liste der Sehenswürdigkeiten ist lang und ausgiebig.
 
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Kreise und Landkreise sind nach deutschem Kommunalrecht Gemeindeverband und Gebietskörperschaft, die ihre Gebiete nach den Grundsätzen der gemeindlichen Selbstverwaltung verwalten. Der Kreis und die kreisangehörigen Städte und Gemeinden teilen sich die Pflichtaufgaben, zu denen die Straßenverwaltung, die Feuersicherheit, das Gesundheitswesen sowie die öffentliche Fürsorge und Wohlfahrtspflege genau so wie das Schulwesen, die Krankenhäuser zur Grundversorgung, Altenheime, Sozialhilfe und Jugendhilfe, der Kreisstraßenbau und die Abfallbeseitigung zählen.

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