Die Kölner Bucht
Kölner Bucht ist die geografische
Bezeichnung für eine Landschaftsformation im Südwesten Nordrhein-Westfalens
im Dreieck der Städte Aachen, Bonn und Neuss, die sich über
Jahrtausende gebildet hat. Sie ist ein Ausläufer der Rheinischen
Tiefebene und der natürliche südliche Abschluss des Niederrheinischen
Tieflandes.
An der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz weitet
sich bei der südlichen Stadtgrenze Bonns das Mittelrheintal in
die Landschaft der Rheinischen Tiefebene. Der Abschluss dieses Tieflandes
im Trichter zwischen dem Bergischen Land und der ansteigenden Eifel
ist die Kölner Bucht. Als Bördelandschaft bietet sie besonders
fruchtbare Lössboden, auf denen Getreide, Zuckerrüben, Gemüse
und Kartoffeln hervorragend gedeihen, wozu auch das in der Regel milde
Klima beiträgt. [ mehr lesen
Landschaft und Klima
]
Name
Während der Niederrhein, wie der Rhein auf seinem letzten Teilstück
auf deutschem Boden bis zur Niederländischen Grenze genannt wird,
der Namensgeber für die gesamte Landschaft ist, wird der letzte
Teil der Bucht nach der Stadt Köln benannt. Dies ist vor allem
historisch bedingt, als Köln das vorherrschende Zentrum dieser
Region war. Heute werden hier und da auch die Bezeichnungen Köln-Bonner
Bucht oder Niederrheinische Bucht verwendet.
Entstehung
Vor etwa 330 Millionen Jahren senkt sich die Erdkruste ständig
ab. Von den kaledonischen Gebirgszügen weit im Norden fließen
große Schlamm- und Sandmengen ein, wodurch sich Absenkungen
und Auffüllungen die Waage halten. In der Folge bleibt das Meer
flach und es bildet sich weiter südlich ein fünf bis fünzig
Meter tiefes Schelfmeer. Der Tiefseeboden verschiebt sich nach Süden
unter eine andere kontinentale Platte, dabei werden die Ablagerungen
des alten Schelfmeeres mitgeschoben und gefaltet. Durch diesen gut
30 Millionen Jahre dauernden Prozess bildet sich durch den Zusammenschub
eine immer dicker werdende Erdkruste. 300 Millionen Jahre zurück
fließt das Meerwasser langsam ab. Das entstandene Faltengebirge
wird im feuchtwarmen Klima mit den tropischen Regengüssen weiter
abgetragen. Weitere 50 Millionen Jahre später wird aus Mitteleuropa
eine Halbwüste. Es entsteht eine große Salzpfanne, die
sich von der Nordsee bis nach Hessen erstreckt und in der sich durch
Verdunstung Stein- und Kalisalzvorkommen bilden. Dann regt sich hier
für gut 170 bis 200 Millionen Jahre nichts.
Das Rheinische Schiefergebirge erstreckt sich durchgehend vom Gebiet
der heutigen Eifel bis zur Hessischen Senke und noch darüber
hinaus nach Osten. Vor etwa 25 bis 30 Millionen Jahren beginnen Teile
des Schiefergebirges einzusinken, und das Nordmeer dringt bis in die
Region des heutigen Bonner Raums vor. Mit dem langsamen Rückzug
des Wassers entsteht ein Niederungsgebiet mit üppigem und artenreichen
Pflanzenwachstum in subtropischem Klima. Über einen Zeitraum
von 15 Millionen Jahren wachsen unter den feuchtwarmen Klimabedingungen
Gräser, Farne, Bäume und Sträucher, die am Ende eingehen
und im Wasser und Schlamm der Moore versinken. Dadurch bildet sich
eine immer mächtiger werdende Torfschicht, die eine Dicke von
bis zu 270 Metern erreicht. Durch den Druck neuer Schichten wird der
Torf weiter gepresst und ausgedehnte Braunkohlelagerstätten entstehen.
Mit der beginnenden Abkühlung des Klimas gehen nach und nach
viele tropische Pflanzen wie Palmen, Mammutbäume oder Tropenfarne
ein. Das Rheinischen Schiefergebirge sinkt immer noch ein, was dazu
führt, dass das zuströmende Wasser schneller fließen
und mehr Kraft entwickeln kann. In der Eifel beginnen die Vulkantätigkeiten
und das Siebengebirge entsteht. Die Vorläufer des Rheins graben
sich durch das Gestein und bringen Ablagerungen aus den südlichen
Mittelgebirgen und den Alpen mit. Überall dort, wo das Wasser
schnell fließen kann, lagern sich Sand und Kies ab, wo es langsamer
wird, bleibt im Flachwasser Ton zurück. Sieben Millionen Jahre
zurück bekommt die Landschaft langsam ihr heute bekanntes Gesicht.
Die alten eingeebneten Gebirge heben sich auf ihr momentanes Niveau
und der Rhein bildet sich.
Erdbeben
in der Kölner Bucht
Noch heute senkt sich die Kölner Bucht als südliche Spitze
des Niederrheinischen Tieflands ab und weitet sich nach Süden
in den Mittelrhein aus. In ein paar Millionen Jahren wird der Durchbruch
zwischen Niederrhein und Oberrhein geschafft sein. Dies ist natürlich
weniger sichtbar, dafür aber ab und an spürbar, denn die
Region gehört zu einem der aktivsten Erdbebengebieten nördlich
der Alpen. Die Erdbeben im Rheinland entstehen in der Erdkruste durch
die Bewegung der afrikanischen Platte nach Norden, wobei Italien gegen
die europäische Platte gedrückt wird. Bei diesem Vorgang
entstehen Druck- und Zugspannungen, die auch dafür verantwortlich
sind, dass sich die Kölner Bucht nach wie vor absenkt. In etwa
1.000 Metern Tiefe liegen im Mittelteil feste Gesteine des Rheinischen
Schiefergebirges, die von tektonischen Störungen durchzogen sind.
Immer wenn die Spannungen die Festigkeit der Gesteine im Untergrund
übersteigen, kommt es zum Bruch, bei dem ein Teil der aufgestauten
Energie in Form von seismischen Wellen freigesetzt wird. Die Erdbebenstation
Bensberg hat seit 1955 über 2000 Erdbeben im nördlichen
Rheinland registriert, die von Mikrobeben mit Magnituden unter 2 bis
zum Roermond-Beben vom 13. April 1992 mit einer Magnitude von 5.9
reichen.
Die
Kölner Bucht heute
In der Region mit den drei kreisfreien Städten, 32 Kreisstädten
sowie gut 90 kreisangehörigen Kommunen leben und arbeiten etwa
3.700.000 Menschen, inklusive des näheren Umfeldes sogar über
fünf Millionen. Die Identifikation mit der Heimatregion ist hier
stark ausgeprägt, was sich auch in der berühmten Rheinischen
Lebensart mit ihrer Kultur der Rheinischen Ausgelassenheit und
Gemütlichkeit widerspiegelt. Durch die Geschichte der Region
rund um Aachen, Bonn und Köln gehört die Kölner Bucht
zu den traditionsreichsten Regionen in Europa. Eine Besonderheit ist
die außergewöhnlich hohe Zahl von 325 Burgen und Schlössern.
Mit dem Aachener Dom, dem Kölner Dom sowie dem Brühler Schloss
Augustusburg stehen gleich drei Bauwerke auf der UNESCO-Liste der
Weltkulturerbe. Enorm ist ebenfalls die Dichte des kulturellen Angebotes.
Häuser von Weltruf wie das Haus der Geschichte, die Kunst- und
Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland oder die Kölner
Philharmonie sind die Publikumsmagneten in der Region. Aber auch die
vielen anderen großen und kleinen Kultureinrichtungen bieten
Kunst und Kultur auf höchstem Niveau und können zumeist
auf eine lange Tradition zurückblicken.
Bei aller Tradition bleibt immer ein Blick auf die Zeichen der Zeit
gerichtet. So hat sich parallel zum expandierenden Europa die Region
zu einem innovativen und dynamischen Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort
entwickelt. Die hier zusammenlaufenden Verkehrsachsen bilden eine
der größten internationalen Verkehrsdrehscheiben: Zu allen
wichtigen Metropolen führen Autobahnen, Schienenwege oder bestehen
Flugverbindungen. Hinzu kommt der Rhein als meistbefahrenste Wasserstraße
Europas. Mit mehr als 30 Forschungsinstituten, vier Universitäten,
unter anderem der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule
Aachen als sogenannter Eliteuniversität sowie den Universitäten
Bonn und Köln, sowie 20 Fachhochschulen ist die Kölner Bucht
ein weltweit anerkanntes Forschungs-, Wissenschafts- und Hochschulzentrum
in Europa. |
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| Impressionen
aus der Kölner Bucht |




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