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Über Wasser und Wasserhärten

Kaum ein Lebensmittel wird so regelmäßig, häufig und gut kontrolliert wie das Trinkwasser. Aber woher stammt das kühle Nass in der Leitung? In der Kölner Bucht und im Umland finden sich besonders gute Voraussetzungen für die Trinkwassergewinnung. Wasserlieferanten sind die vielen Flüsse und Talsperren sowie ein unterirdischer und unsichtbarer Grundwasserstrom aus versickerten Niederschlägen und Oberflächenwasser, der durch die mächtigen Kies- und Sandablagerungen im Boden fließt.

Im Gegensatz zum „normalen” Wasser wird Mineralwasser aus unterirdischen Vorkommen gewonnen und enthält Mineralstoffe, die das Wasser beim Fließen durch die verschiedenen Erd- und Gesteinsschichten aufnimmt. Die Abfüllung muss am Quellort erfolgen, die Zusammensetzung des Wassers darf aber verändert werden. Tafelwasser werden nach bestimmten Rezepten hergestellt und zum Beispiel mit Meerwasser und Mineralstoffen versetzt. Heilwässer enthalten Mineralstoffe in hohen Konzentrationen und müssen eine heilende oder vorbeugende Wirkung haben. Sie unterliegen dem Arzneimittelgesetz und benötigen eine amtliche Zulassung. Quellwasser hat weniger Mineralstoffe als Mineralwasser und kann auch das Wasser verschiedener Quellen enthalten.

Trinkwasser aus Grundwasser

Grundwasser gilt als besonders sauber und deshalb als „gutes” Rohwasser. durch die verschiedenen Erdschichten wird es durch Sand und poröse Gesteinsschichten, die wie natürliche Filter wirken, gereinigt. Beim Versickern wirken die verschiedenen Bodenschichten wie ein natürlicher Wasserfilter. Die Qualität des geförderten Grundwassers ist stellenweise so rein, dass es ohne weitere Aufbereitung unmittelbar in die Versorgungsnetze eingespeist werden könnte.

Das Rohwasser wird in Pumpwerken gewonnen und in hoch modernen Wasserwerken aufbereitet. Die Aufbereitung ist immer dann notwendig, wenn im Wasser zu viel Eisen und Mangan enthalten oder das Wasser und zu hart oder zu weich ist. Weist das Grundwasser eine zu hohe Konzentration von Eisen- und Mangan auf, wird es mit frischem Sauerstoff belüftet und in Filteranlagen, in denen das Wasser durch mehrere Kies- oder Sandschichten sickert oder durch Aktivkohlefilter läuft, von Rückständen befreit.

Trinkwasser aus Talsperrenwasser

Für die Aufbereitung von Rohwasser aus Flüssen, Seen und Talsperren ist ein erheblich größerer Aufwand notwendig, da sich in diesem Wasser Humusstoffe, Eisen und Mangan, Abbauprodukte von Pilzen, Bakterien und Algen, Mineralöle, Lösemittel, Bestandteile von Reinigungsmitteln, Pflanzenschutzmittel, mineralische Trübstoffe aus Abschwemmungen, lebende oder abgestorbene Pilze, Bakterien, Algen, Wassertierchen oder Krankheitserreger aus Abwasser und Tierfäkalien befinden können.

In mehreren Filterstufen müssen alle diese im Wasser befindlichen Schadstoffe eliminiert werden. Anschließend muss auch die mikrobiologische Reinheit des Wassers sichergestellt werden. Viele Wasserversorger setzen hierfür noch Chlor ein. Es setzt sich aber immer mehr durch, auf den Einsatz von Chlor zu verzichten und das Wasser mit ultraviolettem Licht zu bestrahlen, damit die Mikroorganismen absterben. Die UV-Desinfektion ist im Vergleich zur Desinfektion mit Chlor ein rückstandsfreies Verfahren.

Das Reinwasser

Nach allen Aufbereitungen fließt das jetzt fertige Trinkwasser in Reinwasserreservoirs. Dies können hochgelegene Wassertürme oder auch unterirdische Wasserspeicher sein, die sowohl Speicher-, als auch Ausgleichsfunktion für einen stets gleichmäßigen Betrieb haben.

Die Wasserhärte

Auf der einen Seite setzt hartes Wasser Haushaltsgeräte zu und hinterlässt hässliche Spuren in Bad und Küche. Auf der anderen Seite ist es für den Menschen lebenswichtig, weil es einen großen Teil benötigter Mineralien enthält. Ob ein Wasser „hart” oder „weich” ist hängt davon ab, wie hoch der Anteil der Erdalkalisalze, dies sind die Mineralien Calcium und Magnesium, im Wasser ist.

Generell gilt: Je höher der Anteil von Calzium- und Magnesiumionen, desto härter ist das Wasser. Diese natürlichen und lebenswichtigen Mineralsalze lösen sich im Wasser auf dem Weg durch den Boden. Die Kohlensäure entsteht durch den Kontakt des Wassers mit Kohlendioxid in der Luft sowie durch Bodenreaktionen. Ein deutscher Härtegrad (°dH) entspricht 10 Milligramm mg Calziumoxid oder 7,19 Milligramm Magnesiumoxid pro Liter Wasser.

Bereich °dH Bezeichnung
1 00,0 - 07,0 weich
2 07,1 - 14,0 mittel
3 14,1 - 21,0 hart
4 > 21,0 sehr hart
 
Woher kommt das Wasser in der Region und welche Wasserhärte hat es?
Das Trinkwasser in Bonn, Siegburg und dem Rhein-Sieg-Kreis wird aus dem Oberflächenwasser der Wahnbachtalsperre und dem Grundwasser des Siegbogens bei Hennef sowie dem unteren Sieggebiet gewonnen.
Die Wasserhärten im Versorgungsgebiet liegen in Bonn I im Bereich 1 (5,1 °dH ± 0,5), in Bonn II im Bereich 1 (6,3 °dH ± 0,4).

Für die Stadt und den Kreis Düren wird das Trinkwasser zu fast zwei Dritteln aus der Rur und das restliche Drittel aus den Grundwasserwerken in Düren und Ellen gewonnen.
Die Wasserhärten im Versorgungsgebiet liegen für Düren im Bereich 2 (7,7 °dH), in den übrigen Gebieten in den Bereichen 1 bis 2 (3,7 - 13,2 °dH).

Das Wasser für die Stadt und den Kreis Euskirchen wird in den Grundwasserwerken Arloff, Heimerzheim und Ludendorf gewonnen.
Die Wasserhärten im Versorgungsgebiet liegen in Euskirchen im Bereich 3 (18,7 °dH), im übrigen Gebiet in den Bereichen 2 bis 3 (9,5 - 19,1 °dH).

Das Trinkwasser für Köln sowie Teile des Rhein-Erft-Kreises wird mittels 109 Vertikalfilterbrunnen aus Grundwasser und Uferfiltrat gefördert, wobei mehrere Brunnen zu einer Brunnengalerie zusammengeschlossen sind. In der Brunnengalerie Langel/Worringen wird sowohl Wasser, das als Grundwasser dem Rhein zufließt, als auch Wasser aus dem Untergrund des Flussbettes gewonnen und in das Wasserwerk Weiler gefördert. Die Brunnengalerie Weißer Bogen fördert fast ausschließlich Wasser aus Uferfiltrat. Hinzu kommen die Wasserwerke Hochkirchen, Höhenhaus, Erker Mühle, Leidenhausen, Westhoven und Zündorf, die alle Grundwasser fördern.
Die Wasserhärten im Versorgungsgebiet: In Frechen Bereich 3 (16,5 °dH ± 0,8), in Habbelrath/Grefrath Bereich 2 (11,5 ± 0,4), Köln linksrheinisch Bereich 3 (18,6 ± 0,8), Köln rechtsrheinisch Bereich 2-3 (13,8 ± 0,5), Pulheim Nord Bereich 3 (18,6 ± 0,8) und Pulheim Süd 3 (16,5 ± 0,8).

In Leverkusen wird das Trinkwasser je nach Stadtgebiet entweder aus dem Wasserwerk in Rheindorf oder der Großen Dhünn-Talsperre zu den Haushalten geliefert.
Die Wasserhärte des Talsperrenwassers in Leverkusen liegt im Bereich 1 (5,8 °dH), das des Wasserwerkes Rheindorf im Bereich 2 (9,8 °dH).

Im Rhein-Kreis Neuss wird das Trinkwasser ausschließlich aus Grundwasser gewonnen. Rund 60 Prozent werden aus den Wasserwerken Broichhof und Rheinbogen gefördert, die übrigen 40 Prozent von der RWE bezogen und in das Trinkwassernetz eingespeist.
Die Wasserhärte im gesamten Versorgungsgebiet liegt im Bereich 3 (15,1 - 16,6 °dH).
 
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