Von der Altlast Dhünnaue zum Leverkusener
Rheinpark
Auf dem Gelände der ehemaligen Werksdeponie der
Bayer AG wird in den 1980er Jahren die Altlast Dhünnaue
Mitte entdeckt. Die gut 60 Hektar große Deponie wird 1923
in dem ursprünglichen Überschwemmungsgebiet von der IG Farben
eingerichtet und bis weit in die 1960er Jahre durch die Bayer AG und
die Stadt Leverkusen genutzt.
Bis zu 12 Meter hoch füllt sich die Deponie mit Hausmüll,
Aschen, Bauschutt, Schlacken und Rückständen der chemischen
Produktion. Gegen Mitte der 1960er Jahre sind die Kapazitäten
der Mülldeponie so gut wie erschöpft. Sie wird zugeschüttet,
damit auf ihr der direkt am Rhein gelegene Leverkusener Stadtteil
Wiesdorf-Süd entstehen kann. Der gefährliche Müll gerät
in Vergessenheit.
Die
Beseitung der Altlast
Gut 20 Jahre später werden im Rahmen einer Bebauungsplanungen
erste konkrete Hinweise auf eine deutlich erhöhte Schadstoffbelastungen
des Bodens aufgedeckt. Die Untersuchungen dauern bis zum Ende des
Jahres 1987, dann steht fest, dass von dem Boden eine Gefahr für
die Bevölkerung ausgeht. Das Betreten sämtlicher nicht befestigter
Flächen wird verboten. 1989 stellt ein weiteres Gutachten fest,
dass zwar eine derzeitige Gefahr für die Anwohner nicht bestehe,
für die Zukunft aber auch nicht ausgeschlossen werden kann.
Die Stadt Leverkusen und das Bayerwerk handeln auf dieses Gutachten
hin sofort. Alle 2.000 Anwohner des Viertels werden sofort umgesiedelt,
sämtliche Bauwerke, also alle Straßen, Häuser, Kanäle
und Leitungen, werden bis 1995 abgerissen und entfernt. Mit dem Abriss
des Stadtteils Wiesdorf wird Leverkusen praktisch vom Rhein abgeschnitten,
übrig bleibt eine verödete Landschaft. Von 1989 an wird
durch die Stadt und die Bayer AG an der Sicherung der Altlast und
der Sanierung des Areals gearbeitet.
Ziel ist es, mit einem aufwändigen Oberflächenabdichtungssystem
sowie einer Grundwasserbarriere einen möglichen Abfluß
von Schadstoffen und belastetem Wasser zu verhindern. Nach dem der
Abbruch aller Bauwerke auf dem Gelände abgeschlossen ist, wird
eine 3,6 Kilometer lange und bis 40 Meter tiefe Sperrwand zum Rhein
angelegt, die als Grundwasserbarriere dient. Der Bau der Abdichtung
dauert von 1995 bis 2000, die Kosten in Höhe von 110 Millionen
Euro für die Abdichtung der gesamten Altlast tragen die Bayer
AG und die Stadt Leverkusen zu 75 bzw. 25 Prozent.
Auf die fertige Oberflächenabdichtung werden bis November 2000
knapp 550.000 Kubikmeter Erde aufgeschüttet und entlang der Autobahn
A1 weit über 10.000 Bäume und Sträucher als Lärm-
und Sichtschutz gepflanzt Außerdem werden Wege, Grünflächen,
Brunnen, Spielplätze und Brücken angelegt. Aus der verödeten
Landschaft sollen eine Parkanlage und ein Naherholungsgebiet für
die Leverkusener entsteht. Mit dem Bau des Rheinparks, der den Namen
Neulandpark erhält, kehrt Leverkusen nach fast 20 Jahren quasi
wieder an den Rhein zurück. Eröffnet wird der Rheinpark
Leverkusen mit der Landesgartenschau NRW 2005 am 16. April.
Die
Re-Naturierung der Dhünn
Auch die Re-Naturierung des 3,5 Kilometer langen Abschnitts der unteren
Dhünn bis zur Mündung in die Wupper geschieht im Rahmen
der Landesgartenschau. Der Bereich an der Dhünn gehört zum
nicht eingezäunten Teil und ist auch über die Landesgartenschau
hinaus für die Menschen in Leverkusen ein neuer Erholungsraum
am Rand der Stadt. Der Flusslauf im unteren Bereich bis zur Mündung
war durch einen stark technischen Ausbau geprägt. Der Fluss wurde
eingedeicht, begradigt und mit Beton und Wasserbausteinen eingefasst.
Frühere Hochwässer hatten die Planer bewogen, entsprechend
des damaligen Wissensstandes durch den Ausbau das Wasser bei starken
Niederschlägen schneller abzuleiten, um Überschwemmungen
zu verhindern.
Seit einiger Zeit hat sich aber die Erkenntnis durchgesetzt, dass
ein nicht befestigter Gewässerlauf mit Bögen und Windungen,
der über Spielraum im Ufer- und Auenbereich verfügt, für
den Hochwasserschutz zumindest die gleiche Funktion erfüllen
kann. Darüber hinaus ist ein naturnaher Gewässerlauf bedeutend
wertvoller als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Deshalb wurden
Beton, Wasserbausteine sowie acht Schwellen und Gleiten entfernt.
Der geradlinige Flusslauf ist, wo es möglich war, durch Windungen
verbessert worden. Kiesbänke, Seitenarme und Gehölzinseln
sind entstanden, Pflanzen, Fische und Kleintiere haben sich bereits
angesiedelt.
Impressionen...
Luftaufnahmen der Arbeiten an der Altlast Dhünnaue
Hoch zum Seitenanfang · Zurück zur vorherigen Seite
· Bildmaterial: Foto oben Jürgen Lang, alle anderen
Landesgartenschau Leverkusen 2005 gGmbH · Alle Angaben
ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit.