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Das Kölsch

Kölsch - das ist ein Lebensgefühl, eine Sprache, eine eigene Kultur und natürlich eine Bierspezialität. Klein und fein, frischgezapft und mit festem, weißem Schaum gekrönt und in einer Kölschstange serviert. Bierbrauen hat in Köln eine Tradition, die bis ins Jahr 873 zurückreicht, dass Kölsch von heute gibt es seit gut 100 Jahren.

Kölsch wird traditionell aus einer Kölschstange (oder Kölner Stange) mit einem Inhalt von 0,2 Liter getrunken. In allen Brauhäusern und in einigen Kneipen wird das Kölsch auf Wunsch auch im „Stößchen”, einer 0,1 Liter-Stange, ausgeschenkt - allerdings nicht zum halben Preis. Dafür geben immer mehr Gastronome ihr Kölsch mittlerweile in 0,3 oder sogar 0,4-Liter Gläsern aus, die der Kölner gerne auch als „Eimer” bezeichnet. Im Brauhaus bringt das Kölsch der Köbes, übrigens fast nie auf Bestellung. Die goldene Regel: Neigt sich das Kölsch dem Ende, steht promt ein neues auf dem Tisch. Wer keines mehr möchte, legt den Deckel auf das Glas. Gezapft wird das Kölsch aber nicht vom Köbes, sondern vom Zappes. Je nach Brauhaus kann auch ein 10 Liter-Fass, das Pittermännchen, zum Selberzapfen bestellt werden.

Kölsch-Marken

Die Zeiten, in den es hunderte Brauereien in der Stadt und mehr als 100 Kölschmarken gab, sind leider vorbei. Die europaweite Konzentration der Brauereiwirtschaft ging auch an Köln nicht spurlos vorbei und viele Traditionsmarken konnten sich nicht halten. Heute existieren noch etwa 30 Kölschmarken, die teilweise von kleinen Brauhäusern, klassischen Hausbrauereien und einigen Großbrauereien, die mittlerweile mehrere Kölsch-Sorten herstellen, auf den Markt gebracht werden. Neben den Traditionsmarken gab und gibt es auch immer wieder einige, die nur für bestimmte Aktionen erscheinen. So braute die Sünner-Brauerei für eine Marketingstrategie eines Kölner Unternehmens das Winnetou-Kölsch. Auch in Film- und Fernsehen tauchen Kölsch-Marken auf, so im Film „Pizza Colonia” mit Mario Adorf und Willy Millowitsch das „Zach Kölsch” oder in einem Köln-Tatort das „Belcher Kölsch”.

Ein kurzer Streifzug durch die Kölsch-Historie

Das Bier im 9. Jahrhundert wurde Gruit-Bier genannt und war ein Kräuterbier, in dem an Stelle des noch nicht bekannten Hopfens spezielle Kräuter wie Schafgabe, bittere Wurzeln, Rosmarin, Eichenrinde, Ingwer, Kümmel, Anis oder Wacholder für den Geschmack sorgen mussten. Im Jahr 1250 bildet sich die Zunft der Brauer und es wird ein Brauamt in der Stadt eingerichtet. 1254 wurde wahrscheinlich die Petrus von Mailand-Bruderschaft der Brauer gegründet, offiziell gilt aber das Jahr 1396 als Gründungsdatum. 1396 schließen sich die Kölner Brauer zu einer Gaffel zusammen, einer von insgesamt 22 politischen Zünften. Die Patrizier werden in Köln gestürzt und die Gaffeln übernehmen die Macht. Sie verfassen auch die erste (halbwegs) demokratische Verfassung in Deutschland. Der erste Gebrauch von Hopfen beim Bierbrauen kann durch eine Urkunde aus dem Jahr 1408 belegt werden.

Im weiteren Verlauf des 15. Jahrhunderts verdrängt das neue „Keutebier” nach und nach das Kräuterbier. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts gibt es 41 Keute-Brauer und nur noch 18 Gruit- oder Dünnbierbrauer in der Stadt, die kurze Zeit später aufgeben. Das Hopfen-Bier hat sich als alleinige Biersorte in Köln durchgesetzt. 1861 gibt es in Köln 119 Braubetriebe und seit 1875 das Bier auch in Flaschen. Im 19. Jahrhundert wird das unfiltrierte und deshalb trübe „Wiess” gebraut, das der Vorläufer des heutigen Kölschs ist.

Wer letztlich das erste „Kölsch” gebraut hat, ist strittig. Auf der einen Seite will im Jahr 1892 die Garde-Brauerei das erste Kölsch gebraut haben, auf der anderen ist verbrieft, dass die Sünner-Brauerei seit 1906 Kölsch braut und 1918 zum ersten Mal mit dem Begriff „Kölsch” geworben hat.

Das Kölner Landgericht stellt 1963 fest, dass „Kölsch” nicht nur das Synonym für nur den Biertyp, sondern auch für das Herkunftsgebiet ist. Am 6. März 1986 unterzeichnen alle Kölner Brauer die „Kölsch-Konvention”, in der festgeschrieben ist, was sich Kölsch nennen und wer Kölsch brauen darf. Seit 1997 gilt „Kölsch” als einziges Bier weltweit als „geschützte regionale Spezialität” in der Europäsichen Union und genießt den gleichen Markenschutz wie Champagner oder Cognac.

Verwandte Biere

In einigen Brauhäusern und Kneipen konnte das „Wieß” wieder Einzug halten. Der eigentliche Vorgänger des Kölsch wird ebenfalls obergärig gebraut, ist aber unfiltriert und naturtrüb. Es erinnert zwar ein wenig an ein Weizen, es wird wie beim Kölsch Gerste als Getreide verwendet. Wieß wird nicht aus Stangen getrunken, sondern vorzugsweise aus 0,3 Liter-Gläsern.

In Bonn gibt es eine obergärige Eigenmarke, das „Bönnsch”. Es ist ein regionaler Ableger des „Wieß”, wird aber gefiltert, so dass es kristallklar serviert werden kann. Die Namensgebung mit Bezug zur Stadt erfolgte in Anlehnung an das Kölsch, weshalb es auch aus Bönnschgläsern getrunken wird.

Auch das Altbier ist ebenfalls ein Verwandter des Kölsch. Allerdings schmeckt es deutlich malziger und hat eine dunkle Farbe. Das kommt daher, das für Kölsch helles Malz verwendet wird, dessen Darrtemperatur bei unter 70 Grad Celsius liegt und für Altbier dunkles Malz, was bei über 100 Grad Celsius entsteht.
 
Impressionen...

Köbes mit Kölschkranz


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